Gottfried Bresink – Ein Weg hinters Licht
Nachdem Joachim Huessner die tragische Geschichte seiner esoterisch orientierten Frau, die Selbstmord beging, in Buchform veröffentlichte, zeigen auch die Medien Interesse am Thema Esoterikkritik. Erst die ZEIT und nun das Spiegel TV Magazin, das gestern eine Kurzdoku unter dem Titel „Der oberbayerische Messias – wenn Glauben tödlich endet“ ausstrahlte.
Ich muss dazu sagen, dass sich die Szene der Meditation mit dem „Guru“ Gottfried Bresink und einigen seiner Anhängern, die voller Rührung dahinschmelzen, so oder ähnlich überall in der Esoterik-Szene drehen hätte lassen.
Weder was Herr Bresink von sich gibt, noch wie Veranstaltungsteilnehmer darauf reagieren sind Ausnahmen, nein, es veranschaulicht die Regel. Dass Bresink behauptet, dass er die Seele von Jesus sei, ist das einzige, was von der Norm abweicht. Meistens wird in der Riege der spirituellen Lehrer nicht ganz so hoch gegriffen, dass man sich jedoch als Reinkarnation einer besonders positiven Figur des Weltgeschehens oder der Mythologie ausgibt, ist Usus.
Schließlich braucht es immer eine Begründung, warum man sich als Lehrer berufen fühlt. Dazu gehört oft auch, dass man im Zuge von Schicksalsschlägen oder schweren Krankheiten plötzlich eine Art Erweckungserlebnis hatte. Entweder gab es dazu einen natürlich nicht zufälligen Kontakt mit einem spirituellen Großmeister, der den „richtigen“ Weg wies, oder eine Eingabe aus der Geistigen Welt sorgte für Klarheit. Dabei ist es wiederum gar nicht selten, dass behauptet wird, dass Jesus oder Gott erschienen sei, um die wahre Lebensaufgabe mitzuteilen.
Letztendlich entscheidet dann die eigene Schmalz- und Triefbereitschaft darüber, ob man viele Anhänger generiert. Eine angenehme weiche Stimme, Emotionalität, Einfühlungsvermögen und eine gewisse Ausstrahlung sind die Garanten für den erwünschten Erfolg. Die besten „Licht & Liebe“ Schauspieler ziehen eben die Fliegen an wie das Licht.
Spirituell Suchende sollen Bauchentscheidungen treffen, ergo auf ihr Gefühl hören, auch wenn es um die Wahl des Heilers oder Lehrers geht. Die Masche ist perfekt und hält der Meister, was man sich anfänglich von ihm verspricht, bleibt man ihm auch treu. Verlässt einen das gute Gefühl, trennt man sich NICHT von der Esoterik, sondern man macht sich auf die Suche nach einem anderen Meister, der eben der eigenen Chemie optimal entspricht. Vielfältige Enttäuschungen, die man auf diesem Weg der Suche erlebt, verbucht man als Hinweis dafür, dass man sein eigenes Bauchgefühl noch mehr trainieren muss, weil es noch zu unzuverlässig funktioniert. Schuld daran ist in der Regel der eigene Verstand, den man immer noch nicht weit genug ausschalten kann, damit der Bauch in uneingeschränkter Deutlichkeit zu Wort kommt.
Damit dürfte jedem klar sein, dass entsprechende spirituell-esoterische Verbandelungen IMMER auf ein Gurutum und sektoide Abhängigkeitsstrukturen hinauslaufen.
Dies gilt für jeden Agierenden in der Szene, der Erfolg und somit viele Stammkunden, bzw. Stammklienten hat. Auch sogenannte Coaches oder Persönlichkeitstrainer sind davon nicht ausgenommen.
Die Thematik, hier haben wir einen Guru und eine Sekte, greift damit viel zu kurz. Es müsste darum gehen, dass die Esoterik genau dort am erfolgreichsten ist, wo Gurus schalten und walten und Sektenstrukturen am besten verwirklicht sind.
Aussteiger aus der Esoterik gibt es kaum und wer sich von einer esoterischen Kleinsekte und deren Guru trennt, den findet man in der Regel relativ schnell in einer anderen Gruppe innerhalb der Szene wieder, die genau die gleichen Strukturen aufweist, die wiederum nicht erkannt werden.
Es ist so und so ein fataler Kreislauf und ein wirklicher Ausstieg ist nur zu schaffen, wenn man sämtliche irrationalen Glaubensgebäude hinter sich lässt. Wer das nicht tut und stattdessen nur bestimmte Gurus als solche bezeichnet und ablehnt, landet auch nicht selten selbst in der Rolle des Großmeisters, weil er es eben besser machen möchte und dafür Anhänger sucht.
Auf Deutsch: Der Aussteiger aus der Bresink-Sekte weiß es besser, er möchte darüber informieren, wie die wahre Esoterik zu verstehen ist, er erhält Gehör, eine eigene Fangemeinde bildet sich und er wird damit zum Guru. Schwuppdiwupp ist die nächste Kleinsekte gegründet.
Und nun???
Quelle: Ratgeber-News-Blog; Esoterik, Anthroposophie und fundamentalistische Christen
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Markus 10,28-31
Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat,
wird das Hundertfache dafür empfangen
Wenn solche Schmierlappen sich schon auf Kosten Jesu bereichern, dann möchte ich den freundlichen Hinweis darauf geben, dass Jesus großen Wert darauf gelegt hat, die Menschen zu trösten, zu heilen und froh zu machen. Den selbstlosen Dienst am Nächsten mit großer Verantwortung zu tragen.
Im Film aber sind alle depremiert und traurig und zahlen dafür noch einen heiden Geld. Und wenn einer so traurig ist, dass er nicht mehr leben will, ist er eben selbst schuld und trägt die Verantwortung selbst, somit hat dies alles gar nichts mit Christsein zu tun und jedem Aussteiger, der sich im Leben was anderes sucht, sei zu beglückwünschen.
Verlassen wird hier gleich gesetzt mit im Stich lassen, sich nicht kümmern, alles kaputt machen und nie mehr wieder kommen.
Wenn aber ein Mensch arbeiten geht, einkaufen geht, jemanden besuchen geht, dann verlässt er auch seine Familie, trägt aber dennoch die Verantwortung und kehrt zurück und kümmert sich um das, was er aufgebaut hat und das bedeutet, Weihnachten in der Familie zu feiern und nicht einem Psychojesus Geld und Zeit zu opfern.