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US-Sektenchef drohen bis 119 Jahre Haft

Warren Jeffs missbrauchte zwei Mädchen (12, 15)

San Angelo (US-Bundesstaat Texas) – Graumeliertes Haar, randlose Brille, Anzug und weißes Hemd: Warren Jeffs sieht aus wie ein harmloser Versicherungsverteter. Doch der 55-jährige Amerikaner, Chef einer fundamentalistischen Sekte, wurde jetzt wegen sexuellen Missbrauchs zweier Mädchen schuldig gesprochen. Seine Opfer: zwei seiner „Kinderbräute“, 12 und 15 Jahre alt. Mit dem älteren Mädchen zeugte er sogar ein Kind. Das Strafmaß soll in den kommenden Tagen verkündet werden. Ihm drohen bis zu 119 Jahren Haft. Warren Jeffs ist dem Tod seines Vaters im Jahr 2002 Anführer der Sekte „Fundamentalistische Kirche der Heiligen der Letzten Tage“ (FLDS), einer Abspaltung der Mormonen-Kirche. Die Sekte hat rund 10 000 Anhänger, die vorwiegend an der Grenze zwischen Utah und Arizona leben. Während die Mormonen der Vielweiberei schon seit 1890 abgeschworen haben und sie mit der Staatsgründung in Utah sogar offiziell verboten wurde, praktizieren fundamentalistische Splittergruppen wie die FLDS die Polygamie weiterhin. Immer wieder war Jeffs Gruppierung ins Visier der Ermittler geraten. Im Jahr 2008 stürmte die Polizei eine ihrer Kolonien bei San Angelo in Texas. Grund war der anonyme Anruf einer angeblich 16-Jährigen. Sie berichtete von unglaublichen Zuständen auf dem Gelände, von älteren Männern, die Sex mit jungen Mädchen hatten, von Schwangerschaften Minderjähriger. Mehr als 400 Kinder wurden damals von den Behörden in Obhut genommen. Elf erwachsene Mitglieder wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Auch Jeffs selbst wurde bereits 2007 in Utah zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er ein damals 14-jähriges Mädchen mit einem Cousin (19) verheiratet hatte. Doch das Urteil wurde wieder aufgehoben. Da stand allerdings bereits seine Auslieferung nach Texas an. 
Im Prozess beschrieb das ehemalige Sektenmitglied Elissa Wall Jeffs jetzt als „halb verrückten Anführer. Er glaubt wirklich daran, Gott zu sein. Wir hatten alle große Angst vor ihm, er verlangte totale Gehorsamkeit und absoluten Respekt.“ Jeffs verteidigte sich selbst, warf dem Gericht „religiöse Verfolgung” vor. Die Vielehe verteidigte er als Gottes Gebot, das man befolgen müsse. Sein Plädoyer endete mit den Worten: „Ich habe meinen Frieden gefunden.“

Quelle: BILD.de vom 05.08.2011

 

 

 

Kindesmissbrauch: Chef von US-Polygamie-Sekte verurteilt

San Angelo — Der Anführer einer Polygamie-Sekte im US-Bundesstaat Texas ist wegen Kindesmissbrauchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Ein Geschworenengericht im texanischen San Angelo sprach das Strafmaß gegen Warren Jeffs nach weniger als einstündiger Beratung aus. Jeffs nahm den Spruch der Geschworenen ohne äußerliche Regung auf.

Jeffs war vergangenen Donnerstag schuldig gesprochen worden, sich im Jahr 2006 an einer Zwölfjährigen vergangenen und mit einer 15-Jährigen ein Kind gezeugt zu haben, die er im Jahr 2005 missbrauchte. Für den einen Fall erhielt er am Dienstag lebenslange Haft, für den zweiten Fall weitere 20 Jahre Gefängnis. Die Geschworenen sprachen damit die für die Vorwürfe in Texas vorgesehenen Höchststrafen aus.  weiterlesen >>>

Quelle: AFP 10. August 2011

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