statt schamanen

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Jugendschutz Kleinkind stirbt an Flüssigkeitsmangel
E-Mail Drucken PDF

Kleinkind stirbt an Flüssigkeitsmangel

Schon wieder ist ein Kleinkind zu Tode gekommen: In Niedersachsen wurde ein einjähriges Mädchen offenbar Opfer eines verheerenden medizinischen Ratschlags. Wir ermitteln wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen“, zitiert die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ vom Samstag den Hildesheimer Oberstaatsanwalt Bernd Seemann. Die Eltern des Mädchens seien offenbar von einer Heilpraktikerin über die Ernährung des Kindes falsch informiert worden. Deshalb werde auch gegen die Heilpraktikerin ermittelt. Der Zeitung zufolge soll die Mutter den falschen Rat befolgt haben, die Stillzeit zu reduzieren. Dadurch habe das Kind zu wenig Flüssigkeit bekommen und sei schließlich gestorben.

Keine Hinweise auf Vernachlässigung - Acht Tage vor dem Tod seien die Eltern mit ihrer Tochter noch bei einer der üblichen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt gewesen. „Anschließend ist es dann zu dem Fehler bei der Ernährung gekommen“, sagte Seemann. Er betonte, die Familie lebe in „gutbürgerlichen Verhältnissen“. Hinweise, dass das Mädchen vernachlässigt wurde, gebe es nicht. Das zwei Jahre alte Geschwisterkind des kleinen Mädchens befinde sich in einer guten Verfassung. Nicht mit anderen Fällen vergleichbar - Die Eltern des Kindes waren am Dienstag mit ihrer kranken Tochter in ein Krankenhaus gefahren. Dort konnten die Ärzte nur noch den Tod des Mädchens feststellen. „Der neue Fall Fall ist sehr tragisch, in seiner Dimension aber scheinbar nicht mit anderen Fällen von Kindervernachlässigung zu vergleichen“, kommentierte die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) den Fall. Es zeige sich erneut, dass Kinderschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. „Wachsam müssen alle sein, Behörden und Mediziner wie auch das direkte Lebensumfeld der Betroffenen.“

Leser-Kommentare

Ein Trauerspiel - Es ist schon eine verkehrte Welt, wenn medizinischen Laien und Quacksalbern mehr vertraut wird als ausgebildeten Fachleuten. Die Menschen glauben scheinbar alles - nur nicht die Wahrheit.
ich wurde von einer Mutter beschimpft,weil ich mit meiner Tochter zum Hausarzt gefahren bin und nicht zum Heilpraktiker ( meine Tochter hatte ungeklärte Bauchschmerzen ,Ursache ist jetzt gefunden )Sie ist mit ihrer Tochter zum Heilpraktiker gefahren,der braucht nur die Hand auflegen,schon sind Schmerzen weg.Und das jeden Monat für 40 Euro...auch Krebs könne er durch diese Methode erkennen..oh.oh..
Je nach Ausbildung und Ausrichtung der Ärzte oder Heilpraktiker ergeben sich oft extreme Unterschiede im Behandlungsansatz, und welcher Patient kann schon beurteilen, was für ihn das Beste ist? Man ertrinkt geradezu in der Vielfalt der Meinungen und Ratschläge, muss sich entscheiden, wem man vertraut. Das ist nicht immer leicht, insbesondere für Menschen mit geringem Bildungsniveau. Es gibt auch viele Ärzte mit zusätzlicher Heilpraktiker- und Akupunkturausbildung, allerdings längst nicht flächendeckend. Ein "Patientenwegweiser" wäre manchmal von Vorteil! Eltern, die zusätzlich Geld für Heilpraktiker ausgeben, sind in Bezug auf das Kindeswohl alles andere als gleichgültig!
dass ein Baby Flüssigkeit braucht und dass man zufüttern muss, wenn man abstillt. Diese armen Menschen müssen völlig überfordert gewesen sein oder ungebildet - aber es heißt sie seien aus "gutbürgerlichen" Verhältnissen. Und sie haben schon ein Kind. Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht ganz.
Es ist unvorstellbar, was dieses Kind durchmachen musste!! Als Mutter eines Kleinkindes kann ich so etwas nicht nachvollziehen. Das muss man doch merken, oder? Ein Flüssigkeitsmangel kann man doch nicht übersehen. Das zeigt sich doch schon allein anhand der nassen Windeln ?!? Eltern müssen wachsam bleiben und nicht die Verantwortung einem anderen zuschieben. Dieses arme Kind!!
Medizinischer Ratschlag kann von einer Heilpraktikerin nicht erteilt werden - und wenn die Stillzeit reduziert wird heisst das nicht, dass der Säugling auf "Diät" gesetzt werden soll – sondern nur, dass Flaschennahrung eingesetzt werden muss! Die Eltern haben trotz grösserer Tochter weder Verantwortungsgefühl noch eine eigene Meinung - sie glauben nur das, was diese (Un-)heilpraktikerin rät.
Nach einer in der Regel mehrstündigen Prüfung vor dem Gesundheitsamt kann sich jeder Heilpraktiker nennen und sogar mit manchen Kassen abrechnen. Eine Ausbildung muss nicht nachgewiesen werden, es genügt, sich auf die Prüfungsfragen vorzubereiten (Unterlagen dazu gibt es in jeder Buchhandlung). Und dann werden phantasievolle Namen für die angewandte "Therapie" und zweifelhafte Methoden angewendet.
Ich frage mich bei solch tragischen Fällen immer, wie (Heilpraktiker-)hörig und dem augenscheinlichen Verfall ihres eigenen Kindes gegenüber müssen solche Eltern sein? Ein Exsikkose derartigen Ausmasses erfolgt nicht in Stunden, sie zieht sich über Tage hin, in denen das Kind immer schwächer wird, in denen möglicherweise durch die Elektrolytentgleisung StammhirnKrämpfe auftreten. Und all das, ohne dass verantwortungsvolle Eltern reagieren? Meines Erachtens gehören diese Eltern mit auf die Anklagebank. Dummheit, auch soziale Dummheit, schützt nicht vor Strafe.
Wohin und wie weit sind wir gekommen, dass ein Ratschlag einer Heilpraktikerin von unwissenden Eltern beachtet wird und dann noch in der Meldung als medizinischer(!) Ratschlag bezeichnet wird.
Wer solchen Leuten seine Gesundheit anvertraut begibt sich auf dünnes Eis.
Jetzt sterben die Kinder nicht nur durch Gewalt- bzw. Verwahrlosungsakte der Eltern. Nein, es wird noch schlimmer, jetzt sitzen schon Heilpraktiker mit im Boot, die trotz fundierter Ausbildung nicht in der Lage sind den richtigen Rat bzw. das richtige Rezept zu vergeben. Wo soll das bloß noch hinführen?
Heilpraktiker hat mit medizinischem Ratschlag nichts zu tun.
Seit tausenden Jahren werden Kinder gestillt, wenn sie Hunger haben und nach Nahrung schreien. Plötzlich kommen "Heilpraktiker" auf die Bühne, die behaupten, die Stillzeit solle verkürzt werden. Dies ist an sich zwar wahnsinnig genug, dass die Eltern diesen "Ratschlag" auch noch befolgen, zeugt allerdings von Naivität, die jeden Rahmen sprengt. Fazit: Die Menschen von heute sind zu gutgläubig.
Aus meinem Umfeld kenne ich 3 Personen die auf Heilpraktiker vertrauten. Alle liegen m.E. ohne Not auf dem Friedhof. Es wurden die absurdesten Therapien verordnet wo nur Operation und Chemotherapie weitergeholfen hätte. Ein 6 cm Tumor in der Brust wurde mit Kräuterwickeln behandelt. Der Schulmediziner erst hinzugezogen als es sich nach ausssen beulte und die Warze nässte. Grausamer Tod mit 34.
Früher wurde auch schon ohne Schulmedizin und Pharma erfolgreich behandelt. Oft aber auch nur der Friedhof gefüllt. Unsere Vorfahren waren nicht dümmer als wir, die damaligen Naturmediziner sorgfältig und um das Wohl ihrere Patienten bedacht. Aber ohne Pharma und Schulmefdizin ist der Tod eben auch bei banalen Dingen präsent. Im Bekanntenkreis liegen schon einige Leute auf dem Friedhof - nach weitgehender Betreuung durch Heilpraktiker. Wer leben will sollte solche 'Mediziner' mit äußerster Vorsicht aufsuchen und IMMER die Risiken bei der Schulmedizin erfragen. Es geht in der alternativen Medizim um Sein oder Nichtsein - selbst bei banalen Dingen.

 

Tag Clouds

Anmeldung

Nice Social Bookmark

Facebook MySpace Twitter Google Bookmarks RSS Feed 

Statistiken

Benutzer : 20
Beiträge : 321
Weblinks : 6
Seitenaufrufe : 527290