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Gehirnwäsche, Sex und Drogen: Elf Jahre Haft für russischen Sekten-Guru

Im Prozess gegen den Anführer der sibirischen Sekte Ashram Schambala, der vorige Woche zu elf Jahren Haft verurteilt worden war, haben die Seiten am heutigen Dienstag die zusätzlichen Erklärungen zum Gerichtsentscheid erhalten.

Der 44-jährige Konstantin Rudnew, nach eigenen Angaben Außerirdischer vom Planeten Sirius, göttlich weiser Großschamane vom Altai und Retter der Menschheit, war am 7. Februar wegen Sektengründung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Drogenhandel schuldig gesprochen worden.

Die Gesetzesverletzung in Bezug auf die Aschram-Schambala-Sekte wurde dabei jedoch als verjährt behandelt. Die Gründung derartiger religiöser Vereinigungen wird in Russland nur zwei Jahre im Nachhinein bestraft.

Wie ein Vertreter des Gerichts RIA Novosti bekannt gab, war in der Vorwoche lediglich der Urteilsspruch erfolgt, nach dem Rudnew in allen Punkten der Anklage für schuldig befunden worden war. In den heute ausgehändigten Erklärungen werde begründet, warum es zum Schuldspruch gekommen sei, so der Gesprächspartner der Nachrichtenagentur.

Die Anwälte und der Staatsanwalt haben nun zehn Tage Zeit, das Urteil zu studieren und gegebenenfalls Klage einzureichen.

Wie Rudnews Verteidigung zuvor der Presse mitgeteilt hatte, wolle man in jedem Fall eine Kassationsbeschwerde einlegen und versuchen, eine Aufhebung des Urteils zu erreichen, da ihr Mandant alle Vorwürfe zurückweise und sich nicht bekannt habe, Gründer einer Sekte zu sein.

Zum Anklagepunkt „Drogenhandel“ stellte der Anwalt des selbsternannten Gurus in den Raum, dass die Ermittler Rudnew illegale Substanzen „untergeschoben“ haben könnten.

Die Anklägerin Natalia Jusschalina hingegen wies darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft mit dem Urteil „schuldig in allen Punkten“ zufrieden sei, wenngleich der Verurteilte nicht die geforderten 14 Jahre, sondern eine etwas mildere Strafe erhalten habe. Die Staatsanwaltschaft prüfe, in welchem Zusammenhang diese Entscheidung getroffen worden sei.

In den Fängen von Aschram Schambala

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Drogen und K.O. - Tropfen in esoterischen Schulen und sogenannten Therapien dubioser Heiler

19.09.2009 - Massenvergiftung bei Therapiesitzung in Berlin“, titelte die Berliner Morgenpost.

Bei einer Therapiesitzung in Berlin-Hermsdorf ist ein Mann ums Leben gekommen. Elf weitere Menschen erlitten durch die Einnahme bisher unbekannter Substanzen teils schwere Vergiftungen. Der Therapeut, der in seiner Praxis "Hilfe bei spirituellen Krisen" anbietet, wurde verhaftet. Die Mordkommission ermittelt. Am Sonntag, einen Tag später, wird der zweite Tote gemeldet. Später verurteilte eine Strafkammer am Landgericht Moabit den als "Drogenarzt" zu trauriger Berühmtheit gelangten Garri R. wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten. Zudem darf er nie wieder als niedergelassener Arzt und Therapeut praktizieren. Für das Gericht stand fest, dass der Allgemeinarzt und Psychotherapeut "eklatant" gegen ärztliche Pflichten verstoßen hatte, als er seinen Patienten bei der Gruppensitzung einen Drogenmix zur "Seelenöffnung" verabreichte. Damit habe er "seine berufliche Stellung missbraucht" und leichtfertig den Tod von zwei Menschen verursacht und das Leben weiterer fünf Patienten gefährdet, hieß es.

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Ein heilender Blick, der die Massen verzückt

«Die Leute schwanken, zittern und weinen»: Im Kongresshaus lässt Heiler Braco seine angeblichen Wunderkräfte wirken. Er bewegt sich dabei auf dünnem Eis.
Braco, ein Name, der bei vielen Anhängern der Esoterik und Alternativmedizin die Augen zum Leuchten bringt und ihnen ein verklärtes Lächeln ins Gesicht zaubert. Braco ist alles – und nichts. Er kann alles – und tut wenig. Braco ist ein Phänomen, das Wunder vollbringen soll. Mindestens bezeugen es seine Anhänger. Und davon gibt es viele. In Europa, den USA und Japan. Und in der Schweiz. Dies stellt der Wunderheiler am Sonntag im Kongresshaus unter Beweis, wenn Hunderte, vielleicht Tausende anreisen.

Der 44-jährige Braco tingelt durch die Welt und lässt seine Augen über die erwartungsfrohen Massen schweifen. Er sagt nichts, und trotzdem glauben die Besucher, seine Heilkräfte zu spüren. Der Schweiger redet durch seine Augen, angeblich. Seine Blicke treiben den Besuchern Tränen in die Augen. Trotzdem sieht er sich als «ganz normalen Menschen ohne besondere Fähigkeiten».

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Wenn Frauen in Berlin Mutter Erde anschreien

Auf dem Schloßplatz in Berlin-Mitte kommen Frauen zusammen, um sich spirituell zu reinigen. Der Markt für esoterische Angebote wächst. Die Kirche warnt vor Scharlatanen.

Ein Schrei. Er klingt so, als suche jemand seine eigene Stimme. Die Frau, die schreit, möchte ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen. Sie nennt sich Sarita. „Sarita“ bedeutet „Fluss der Liebe“, es ist ein spiritueller Name. Er verrät vielleicht mehr über das Selbstverständnis dieser Frau, die an diesem Sonntagnachmittag am Ufer der Spree in Berlin-Mitte steht – und ohne erkennbaren Anlass schreit.

Es ist ein warmer Tag, die Sonne sendet mildes Licht auf die Stelle, wo einmal der Palast der Republik stand und wo das Berliner Schloss entstehen soll. Jetzt wächst hier eine Wiese. Jemand hat den Umriss eines Herzens ins saftige Grün des Rasens gemäht. Hier treffen sich an diesem Tag Menschen, die glauben, dies sei ein magischer Ort.

Eine davon ist Sarita. Man erkennt sie schon von weitem. Eine geschmackvoll gekleidete Mittfünfzigerin im regenbogenfarbenen Rock. Sie lässt sich zwar fotografieren, will von sich aber nur preisgeben, dass sie nach dem Tod des Vaters aus der katholischen Kirche ausgetreten ist. Sie sagt, die Kirche habe sich bis heute nicht für die Jahrtausende lange Unterdrückung der Frau entschuldigt.

Eben noch stand sie Hand in Hand mit neun Männern und Frauen im Kreis, die Augen geschlossen, ein entrücktes Lächeln im Gesicht. Sie haben sich getroffen, um Kontakt mit Mutter Erde und den Elementen aufzunehmen. Sarita schreit: „Wir lieben dich, Wasser!“ Später wird sie sagen, dieses Ritual habe sie gereinigt. Regelrecht befreit habe sie sich nach dem Schrei gefühlt. Sie strahlt die Frau an, die zu dieser Zeremonie eingeladen hat: Christina M.

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Quelle: Morgenpost Online

 
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Kaloku-Kinderland steht vor dem Aus

Prozess: Naturkindergarten klagt gegen Zwangsschließung

Kassel. Pendel und Mittelchen gegen "Risse in der ->Aura": Weil das Kaloku-Kinderland in Rotenburg an der Fulda mit exotischen Erziehungsmethoden(1) gearbeitet haben soll, hat das Land die Kita geschlossen. Das Verwaltungsgericht Kassel beschäftigt sich seit gestern damit, ob diese Zwangsschließung rechtens ist. Geklagt hatte der Trägerverein des Kindergartens. Das Urteil soll in rund zwei Wochen vorliegen.

Die Praktiken, die in - laut Kita -"Deutschlands erstem keltischen Kindergarten" angewendet worden sein sollen, muten exotisch an: Die Kinder seien ausgependelt worden, zudem hätte man ihnen homöopathische Mittel gegen "Risse in der Aura" sowie "gesegnetes" Salz verabreicht, trug eine Richterin vor. Ein virtueller Staubsauger sollte "Frauenhass-Implantate" entfernen. Zudem seien auf dem Spielplatz der Einrichtung giftige Pflanzen stehen gelassen worden, damit die Kinder lernten, damit umzugehen.

Das Land argumentierte vor Gericht, die Kita habe die Betriebsvorschrift auch verletzt, weil sie mehr als die 18 vorgegebenen Kinder aufgenommen habe. Zudem habe es wochenlang zu wenige Betreuer gegeben. "Die Mindeststandards sind nicht eingehalten worden", sagte Friederike Lenz vom Sozialministerium. Der Anwalt des Kinderlands erklärte, die Schließung sei unverhältnismäßig gewesen. Es hätte genügt, ihm Auflagen zu machen. Zudem sei die frühere Vorstandsvorsitzende nicht mehr im Vorstand des Vereins tätig.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte bereits im Oktober 2010 in einem Eilverfahren entschieden, dass das Kaloku-Kinderland geschlossen bleibt. Der Kaloku-Anwalt beantragte gestern, die Leiterin und ehemalige Mitarbeiter der Kita zu vernehmen. Die Richterin ließ jedoch erkennen, dass sie wenig Ansätze für eine völlig andere Bewertung sehe und lehnte den Antrag ab. lhe Südhessen Morgen 11. August 2011

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(1)Anmerkung, laut Medienmitteilung auch ->Huna

 


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